Schwangerschaft

Geburtstermin berechnen: So erfährst du, wann dein Baby kommt

Mit Naegele-Regel, Zykluslänge und erstem Ultraschall findest du heraus, wann dein Baby voraussichtlich kommt.

Geburtstermin berechnen: So funktioniert der SSW-Rechner

Du möchtest deinen Geburtstermin berechnen und wissen, wann dein Baby voraussichtlich auf die Welt kommt? Mit einer einfachen Formel, deinem Zyklus und dem ersten Ultraschall bekommst du ein verlässliches Datum. Hier erfährst du, wie die Rechnung funktioniert, wie genau sie ist und was der Termin für deine Planung bedeutet.

Eines vorweg: Wenn du deinen Geburtstermin berechnen möchtest, bekommst du einen Orientierungspunkt, kein Versprechen. Der errechnete Termin markiert nur die Mitte eines Zeitfensters. Die meisten Babys kommen innerhalb einiger Wochen rund um dieses Datum zur Welt. Gerade deshalb lohnt es sich, die Logik dahinter zu verstehen.

Geburtstermin berechnen: Was der errechnete Termin bedeutet

Wenn du den Geburtstermin berechnen lässt, erhältst du den voraussichtlichen Entbindungstag. Er liegt 280 Tage, also genau 40 Wochen, nach dem ersten Tag deiner letzten Periode. Diese Rechnung geht von einem regelmäßigen 28-Tage-Zyklus aus und ergibt den Stichtag, der als errechneter Termin (ET) im Mutterpass steht.

Die 40 Wochen zählen also schon ab einem Zeitpunkt, an dem du noch gar nicht schwanger warst. Der Eisprung und die Befruchtung finden bei einem durchschnittlichen Zyklus erst rund zwei Wochen später statt. Ab der Befruchtung dauert eine Schwangerschaft deshalb im Mittel etwa 266 Tage.

Warum zählt die Medizin trotzdem ab der Periode? Den ersten Blutungstag kennen die meisten Frauen recht genau, den Tag des Eisprungs dagegen selten. So entsteht ein einheitlicher Ausgangspunkt, mit dem Praxen, Hebammen und Kliniken gleich rechnen.

Die Naegele-Regel: So funktioniert die klassische Formel

Die bekannteste Methode geht auf den Heidelberger Geburtshelfer Franz Carl Naegele zurück. Seine Formel nutzen Frauenarztpraxen bis heute, und jeder SSW-Rechner im Netz arbeitet im Kern nach demselben Prinzip. Um deinen Geburtstermin berechnen zu können, brauchst du nur das Datum deines letzten Periodenbeginns.

So gehst du Schritt für Schritt vor:

  1. Nimm den ersten Tag deiner letzten Menstruation.
  2. Zähle sieben Tage hinzu.
  3. Ziehe drei Monate ab.
  4. Addiere ein Jahr.

Ein Beispiel macht es greifbar: Deine letzte Periode begann am 10.01.2026. Plus sieben Tage ergibt den 17.01.2026, minus drei Monate den 17.10.2025, plus ein Jahr den 17.10.2026. Das ist dein errechneter Termin.

Die Formel ist bewusst simpel gehalten, damit du sie im Kopf lösen kannst. Weil Monate unterschiedlich lang sind, weicht ihr Ergebnis manchmal um ein bis zwei Tage von der exakten Zählung mit 280 Tagen ab. Für die Praxis spielt das kaum eine Rolle.

Wo die Naegele-Regel an Grenzen stößt

Die Rechnung setzt voraus, dass dein Zyklus regelmäßig 28 Tage dauert und der Eisprung um Tag 14 stattfindet. Das trifft längst nicht auf jede Frau zu. Auch wenn du dich an den letzten Periodenbeginn nicht sicher erinnerst, wird das Ergebnis unscharf.

Typische Situationen, in denen die einfache Formel ungenau wird:

  • Unregelmäßiger Zyklus, etwa nach dem Absetzen hormoneller Verhütung oder bei einem polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS)
  • Deutlich kürzere oder längere Zyklen als 28 Tage
  • Schwangerschaft in der Stillzeit, wenn die Periode noch nicht zurückgekehrt war
  • Eine Blutung in der Frühschwangerschaft, die du für deine Regel gehalten hast

Erweiterte Naegele-Regel bei kürzerem oder längerem Zyklus

Für abweichende Zykluslängen gibt es die erweiterte Naegele-Regel. Sie verschiebt den Termin um genau die Tage, die dein Zyklus von 28 Tagen abweicht. Die Grundformel lautet: erster Tag der letzten Periode plus sieben Tage, minus drei Monate, plus ein Jahr, plus oder minus die Abweichung.

Dauert dein Zyklus regelmäßig 33 Tage, findet dein Eisprung vermutlich etwa fünf Tage später statt. Im Beispiel von oben rückt der Termin dann vom 17.10.2026 auf den 22.10.2026. Bei einem 25-Tage-Zyklus ziehst du entsprechend drei Tage ab.

Wenn du den Geburtstermin berechnen willst und deinen Zyklus über mehrere Monate in einer App oder einem Kalender notiert hast, liefert dir die erweiterte Regel ein deutlich realistischeres Datum. Sprich deine Zyklusdaten beim ersten Termin in der Praxis an, damit sie in die Bewertung einfließen.

Geburtstermin berechnen ab Zeugung, Eisprung oder Kinderwunschbehandlung

Kennst du den Tag des Eisprungs oder der Befruchtung recht genau, kannst du den Geburtstermin berechnen, ohne den Umweg über die Periode zu gehen. Dazu zählst du 266 Tage, also 38 Wochen, ab diesem Tag hinzu. Das Ergebnis entspricht bei einem 28-Tage-Zyklus dem Naegele-Termin.

Ganz exakt ist auch diese Methode nicht. Spermien können mehrere Tage im Körper überleben, deshalb liegt die Befruchtung nicht zwingend am Tag des Geschlechtsverkehrs. Ovulationstests oder Temperaturmessung grenzen den Eisprung immerhin auf ein bis zwei Tage ein.

Nach einer künstlichen Befruchtung

Nach einer IVF oder ICSI ist der Ausgangspunkt besonders klar. Gerechnet wird ab dem Tag des Embryotransfers, abzüglich des Alters des Embryos. Bei einer Blastozyste, die am fünften Entwicklungstag übertragen wurde, liegt der Termin 261 Tage nach dem Transfer.

Das Kinderwunschzentrum nennt dir diesen Termin in der Regel direkt. Deine Frauenärztin oder dein Frauenarzt übernimmt ihn meist in den Mutterpass, weil er genauer ist als jede Schätzung.

Werdende Eltern halten ein Ultraschallbild, mit dem sich der Geburtstermin berechnen lässt
Der erste Ultraschall liefert die genaueste Datierung. Foto: Melanie Rosillo Galvan / Unsplash

Ultraschall-Korrektur: Warum die Frauenärztin den Termin anpasst

Selbst wenn du deinen Geburtstermin berechnen konntest, liefert das erste Ultraschall-Screening die präziseste Datierung. Die Mutterschafts-Richtlinien sehen es zwischen SSW 9 und SSW 12 vor. Dabei misst die Ärztin die Scheitel-Steiß-Länge (SSL), also die Strecke vom Kopf bis zum Po deines Babys.

In dieser frühen Phase wachsen alle Embryonen nahezu gleich schnell. Deshalb lässt sich aus der SSL das Schwangerschaftsalter auf wenige Tage genau ablesen. Weicht das Ergebnis deutlich vom Naegele-Termin ab (als Grenze wird häufig etwa eine Woche genannt), trägt die Praxis einen korrigierten Geburtstermin in den Mutterpass ein.

Spätere Messungen im zweiten und dritten Trimester eignen sich kaum noch zur Datierung. Ab dann wachsen Kinder individuell unterschiedlich, und eine größere oder kleinere Messung sagt eher etwas über die Entwicklung als über das Alter aus. Ein einmal festgelegter Termin bleibt deshalb in der Regel bestehen.

Mehr dazu, welche Termine dich insgesamt erwarten, liest du in unserem Überblick zur Schwangerschaftsvorsorge mit allen Ultraschall-Screenings.

Was im Mutterpass steht

Im Mutterpass findest du zwei Felder: den berechneten Termin nach der letzten Periode und gegebenenfalls den korrigierten Termin nach Ultraschall. Für alle weiteren Fristen zählt der Termin, den deine Ärztin oder Hebamme als maßgeblich festlegt. Frag ruhig nach, wenn dir nicht klar ist, welches Datum gilt.

Schwangerschaftswochen richtig lesen: SSW, Trimester und Meilensteine

Sobald du den Geburtstermin berechnen konntest, begegnet dir überall die Schreibweise mit Pluszeichen. „12+3“ bedeutet: zwölf vollendete Wochen und drei Tage. Du befindest dich damit bereits in Schwangerschaftswoche 13, ähnlich wie ein zwölfjähriges Kind schon im dreizehnten Lebensjahr steht.

Die folgende Tabelle ordnet die wichtigsten Abschnitte für dich ein:

ZeitraumBezeichnungWas in dieser Phase typisch ist
SSW 1 bis 12Erstes TrimesterErster Ultraschall mit Datierung, Mutterpass, häufig Übelkeit
SSW 13 bis 27Zweites TrimesterZweites Screening (19 bis 22), oft mehr Energie, erste Kindsbewegungen
SSW 28 bis 40Drittes TrimesterDrittes Screening (29 bis 32), Vorsorge alle zwei Wochen ab SSW 32
vor 37+0FrühgeburtGeburt vor Abschluss der 37. Woche
37+0 bis 41+6TermingeburtReguläres Zeitfenster für die Geburt
ab 42+0ÜbertragungÄrztliche Begleitung und meist Einleitung

Die Phase der Übelkeit fällt übrigens genau in das erste Trimester. Was dir dann hilft, erfährst du im Ratgeber zur Übelkeit in der Schwangerschaft. Einen anschaulichen Wochen-Überblick bietet auch die BZgA-Seite zu den Schwangerschaftswochen auf familienplanung.de.

Wie genau ist der errechnete Geburtstermin?

Statistisch kommt nur ein kleiner Teil der Kinder tatsächlich am errechneten Tag zur Welt, häufig genannt werden rund vier Prozent. Wer den Geburtstermin berechnen lässt, sollte deshalb mit einem Zeitraum planen: Die große Mehrheit wird in den zwei Wochen davor oder danach geboren. Erstgebärende überschreiten den Termin im Schnitt etwas häufiger als Frauen, die schon ein Kind haben.

Sinnvoller als ein einzelnes Datum ist deshalb der Blick auf ein Zeitfenster. Ab 37+0 gilt dein Baby als reif geboren, bis 41+6 spricht die Medizin von einer Geburt am Termin. Viele Hebammen empfehlen, Freunden und Familie eher einen Monat als einen festen Tag zu nennen.

Das nimmt dir Druck aus den letzten Wochen. Auf welche Signale du dann achten solltest, liest du in unserem Artikel über typische Geburtsanzeichen wie Senkwehen und Blasensprung.

Schwangere Frau hält ihren Bauch und denkt darüber nach, wie sie ihren Geburtstermin berechnen kann
Die meisten Babys kommen in einem Zeitfenster rund um den Termin. Foto: Arteida MjESHTRI / Unsplash

Was der Termin für deine Planung bedeutet

Wenn du den Geburtstermin berechnen lässt, setzt du gleich mehrere Fristen in Gang. Dein Termin entscheidet über den Beginn des Mutterschutzes, den Zeitpunkt der Geburtsvorbereitung und oft auch über die Planung deiner Elternzeit. Es lohnt sich, die wichtigsten Daten früh in deinen Kalender einzutragen.

  • Mutterschutz: Die Schutzfrist beginnt sechs Wochen vor dem errechneten Termin. Alle Details zu Fristen und Mutterschaftsgeld findest du im Beitrag zum Mutterschutz für Arbeitnehmerinnen.
  • Arbeitgeber informieren: Für die Bescheinigung über den voraussichtlichen Entbindungstag brauchst du eine Bestätigung von Praxis oder Hebamme.
  • Hebamme suchen: Je früher, desto besser, idealerweise schon im ersten Trimester.
  • Geburtsvorbereitungskurs: Viele Kurse starten um die 28. bis 30. Woche und sind schnell ausgebucht.
  • Kliniktasche: Spätestens um die 36. Woche sollte sie bereitstehen.

Für den letzten Punkt hilft dir unsere ausführliche Checkliste: So kannst du die Kliniktasche packen, ohne Wichtiges zu vergessen.

Dein Termin bei vorzeitiger oder späterer Geburt

Kommt dein Kind früher als erwartet, verlängert sich die Schutzfrist nach der Geburt um die Tage, die dir vorher gefehlt haben. Kommt es später, verlängert sich die Frist vor der Geburt entsprechend. Du verlierst also keine Schutzzeit, nur weil der Termin nicht exakt eintrifft.

Wenn der Termin verstreicht: Terminüberschreitung und Übertragung

Ist der errechnete Tag vorbei, sprechen Fachleute von einer Terminüberschreitung. Das ist zunächst völlig normal. Ab dann kontrolliert deine Praxis oder die Klinik engmaschiger, etwa mit CTG und Ultraschall, ob es deinem Baby gut geht und genug Fruchtwasser vorhanden ist.

Die deutsche Leitlinie zum Vorgehen bei Terminüberschreitung sieht vor, bei unkomplizierter Schwangerschaft ab 41+0 eine Einleitung anzubieten und sie spätestens ab 41+3 zu empfehlen. Die Leitlinie wird derzeit überarbeitet. Den aktuellen Stand findest du im AWMF-Leitlinienregister.

Ab 42+0 spricht man von einer Übertragung. Dann steigen die Risiken für das Kind, und eine Einleitung wird in aller Regel dringend empfohlen. Über Methoden und Zeitpunkt entscheidest du gemeinsam mit deinem Behandlungsteam.

Wann du sofort reagieren solltest

Unabhängig vom Termin gilt: Bei Blutungen, starken Bauchschmerzen, Fruchtwasserabgang oder deutlich weniger Kindsbewegungen meldest du dich umgehend in deiner Klinik. Bei akuten Notfällen wählst du die 112.

Einen guten Überblick über Ablauf und Kostenübernahme der Vorsorge bietet das staatliche Portal gesund.bund.de zur Schwangerschaftsvorsorge.

Geburtstermin berechnen: Die wichtigsten Punkte im Überblick

Du kannst deinen Geburtstermin berechnen, indem du 280 Tage zum ersten Tag deiner letzten Periode addierst oder die Naegele-Regel anwendest. Bei abweichender Zykluslänge korrigiert die erweiterte Formel das Ergebnis, nach einer Kinderwunschbehandlung zählt der Transfertag. Den genauesten Wert liefert der erste Ultraschall.

  • Der Termin ist ein Mittelwert, kein fester Tag.
  • Am besten lässt du den Geburtstermin berechnen und im ersten Trimester per Ultraschall bestätigen.
  • Die meisten Babys kommen zwischen 37+0 und 41+6 zur Welt.
  • Für Mutterschutz und weitere Fristen zählt der Termin im Mutterpass.
  • Bei Warnzeichen wartest du nicht auf den Termin, sondern meldest dich sofort.

Behalte den Termin als Orientierung im Kopf und plane mit einem großzügigen Zeitfenster. So begegnest du den letzten Wochen gelassener.

Häufige Fragen: Geburtstermin berechnen

Wie kann ich meinen Geburtstermin berechnen?

Am einfachsten addierst du 280 Tage zum ersten Tag deiner letzten Periode. Alternativ nutzt du die Naegele-Regel: plus sieben Tage, minus drei Monate, plus ein Jahr. Bei einem längeren oder kürzeren Zyklus passt du das Ergebnis um die Abweichung von 28 Tagen an.

Ab wann kann ich meinen Geburtstermin berechnen?

Du kannst deinen Geburtstermin berechnen, sobald du von der Schwangerschaft weißt und den ersten Tag deiner letzten Periode kennst. Online-Rechner und die Naegele-Regel liefern sofort ein Datum. Verlässlich bestätigt wird es meist beim ersten Ultraschall im ersten Trimester.

Wie genau ist der errechnete Geburtstermin?

Nur ein kleiner Teil der Babys kommt genau am errechneten Tag zur Welt, häufig genannt werden rund vier Prozent. Die meisten Geburten liegen in den zwei Wochen davor oder danach. Als normal gilt eine Geburt zwischen 37+0 und 41+6.

Wann wird der Geburtstermin per Ultraschall korrigiert?

Die Korrektur erfolgt in der Regel beim ersten Screening zwischen SSW 9 und SSW 12. Weicht die gemessene Scheitel-Steiß-Länge deutlich vom Termin nach der Periode ab, trägt die Praxis einen korrigierten Termin in den Mutterpass ein. Spätere Messungen eignen sich kaum zur Datierung.

Was bedeutet die Angabe 12+3 im Mutterpass?

Die Angabe steht für zwölf vollendete Schwangerschaftswochen und drei Tage. Du befindest dich damit bereits in Schwangerschaftswoche 13. Die Zählung beginnt am ersten Tag deiner letzten Periode.

Wie lange darf der Geburtstermin überschritten werden?

Bis 41+6 gilt eine Geburt noch als Termingeburt, ab 42+0 spricht man von Übertragung. Nach der deutschen Leitlinie wird bei unkomplizierter Schwangerschaft ab 41+0 eine Einleitung angeboten und spätestens ab 41+3 empfohlen. Bis dahin wirst du engmaschig kontrolliert.

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